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Kandersteg
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Kandersteg berneroberlÀndisch der ChanderstÀÀg []cite-ref-bnb-5-0[5]) ist eine Einwohnergemeinde im Schweizer Kanton Bern. Sie liegt im Berner Oberland und gehört zum Verwaltungskreis Frutigen-Niedersimmental.
Contents
âą Geografie
⹠Bevölkerung
âą Sprachen
âą Konfession
âą Politik
âą Wirtschaft
âą Tourismus
âą Verkehr
âą Olympia 2026
âą Geschichte
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Geografie
Der Ort Kandersteg liegt am Ende des Kandertals auf 1174 m ĂŒ. M. In der Gemeinde leben rund 1'300 Einwohner auf einer FlĂ€che von 134,58 kmÂČ, womit Kandersteg bezĂŒglich der FlĂ€che die fĂŒnftgrösste Gemeinde im Kanton Bern ist. Allerdings sind aufgrund der alpinen Lage nur etwa 30 % der FlĂ€che nutzbar. Höchster Punkt: Balmhorn, 3'698 m, tiefster Punkt: BĂŒhl, 1'150 m.
Eine besondere Bedeutung fĂŒr das Dorf hat seit Anfang der 2020er Jahre der Spitze Stein sĂŒdlich des Oeschinensees. Die instabile Flanke des Berges zeigt eine stark erhöhte AktivitĂ€t. In vielen Bereichen werden Bewegungen von mehreren Metern pro Jahr verzeichnet. HĂ€ufige Steinschlagereignisse und FelsstĂŒrze sind ein klares Zeichen fĂŒr die hohe AktivitĂ€t am Berg. Als Folge der starken und teilweise tiefgrĂŒndigen Bewegungen drohen zukĂŒnftig grosse FelsabbrĂŒche mit Volumen von 100'000 bis einigen Millionen Kubikmetern, mit entsprechender weitrĂ€umiger GefĂ€hrdung unterhalb des Spitzen Steins.cite-ref-6[6]cite-ref-7[7]
Bevölkerung
| Jahr | 1764 | 1799 | 1818 | 1880 | 1900 | 1920 | 1940 | 1950 | 1970 | 1980 | 1990 | 2000 | 2010 | 2015 | 2022 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 197 | 244 | 206 | 406 | 445 | 777 | 835 | 913 | 957 | 959 | 1062 | 1131 | 1273 | 1328 | 1298 |
Sprachen
Sprache ist Deutsch, genau genommen das höchstalemannische ChanderstĂ€gertĂŒtsch, ein Dialekt des Berner OberlĂ€ndischen.
Konfession
Politik
Legislative ist die zweimal jÀhrlich stattfindende Gemeindeversammlung, welche vom GemeindeprÀsidenten geleitet wird.
Exekutive ist der Gemeinderat mit sieben ehrenamtlichen Mitgliedern inkl. GemeinderatsprÀsident.
Bei den Nationalratswahlen 2023 betrugen die WĂ€hleranteile in Kandersteg (in Klammern die VerĂ€nderung im Vergleich zu den Wahlen 2019 in Prozentpunkten): SVP 44,44 % (+2,66), SP 12,92 % (+0,74), glp 11,89 % (â0,66), Mitte 9,82 % (â4,45), GrĂŒne 6,72 % (+1,50), FDP 6,16 % (+0,09), EDU 2,53 % (+1,50), EVP 1,40 % (â0,50), SD 0,71 % (+0,01).cite-ref-8[8]
Wirtschaft
Wirtschaftlich ist Kandersteg ganzjÀhrig vom Tourismus geprÀgt. Daneben existieren landwirtschaftliche und baugewerbliche Betriebe sowie die Lötschbergbahn als Verkehrsbetrieb. Die ErwerbstÀtigen sind auf folgenden Sektoren beschÀftigt: Land- und Forstwirtschaft (5 %), Handwerk und Baugewerbe (21 %) und Handel, Gastgewerbe, Dienstleistungen (74 %).cite-ref-9[9]
Tourismus
Der Tourismus in Kandersteg ist besonders auf Familien ausgerichtet. Kandersteg hat 19 Hotels mit rund 1'000 Betten und 800 Ferienwohnungen mit 2'000 Betten, einen Campingplatz und 22 Restaurants. 1850 genĂŒgte noch ein Hotel mit 5 Betten als Durchgangsquartier fĂŒr HĂ€ndler, die ihre Ware ĂŒber den Gemmipass brachten. Um 1900 herum standen in Kandersteg 20 Hotels. Eines der Ă€ltesten Hotels im Dorf ist das Hotel «Ritter», das 1798 erbaut wurde und heute zusammen mit dem Belle-Ăpoque-Hotel «Victoria» gefĂŒhrt wird.cite-ref-10[10]
Im Sommer sind mehrere Bergbahnen in Betrieb. Zahlreiche Wandermöglichkeiten ĂŒber bequeme Wanderwege bis hin zu hochalpinen Klettersteigen stehen GĂ€sten und Einheimischen offen. Zahlreiche Mountainbike-Routen runden das Freizeitangebot ab. Der Ort selbst bietet ein geheiztes Schwimmbad, TennisplĂ€tze, Wellness-Angebote und eine Kletterwand.
Im Winter stehen in der Skiregion Kandersteg sechs Transportanlagen (Oeschinen und SunnbĂŒel) und 100 km Langlaufloipen zur VerfĂŒgung. Die beiden Schlepplifte auf der SunnbĂŒel wurden bis 2023 abgebrochen, so dass ein alpiner Ski- und Snowboardbetrieb (abgesehen von Touren) dort nicht mehr möglich ist.
Die beliebtesten Ausflugsziele sind der Oeschinensee, SunnbĂŒel (Gemmipass), das Gasterntal (Kandergletscher), Allmenalp, Ueschinen und der Blausee (Fischzucht; auf dem Gebiet der Gemeinde Kandergrund).
Kandersteg gehört zum erweiterten UNESCO-Weltnaturerbe Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch.
Ab 2010 wurde Kandersteg wĂ€hrend einer Woche im Januar zu einem Treffpunkt fĂŒr Belle-Ăpoque-Fans. Auch Einheimische machen mit.cite-ref-11[11]
Verkehr
Auf der Strasse gelangt man von Spiez (Autobahn A6 von Bern) ĂŒber Frutigen nach Kandersteg. Hier besteht eine Verbindung per Autoverlad nach Goppenstein im Kanton Wallis sowie wĂ€hrend der Ferienzeiten nach Iselle in Italien.
EisenbahnanschlĂŒsse nach Bern und Brig bestehen mit der Lötschbergbahn, die auch eine wichtige Alpentransitstrecke fĂŒr den GĂŒterverkehr darstellt.
Kandersteg verfĂŒgt ĂŒber einen Ortsbus und eine Busverbindung nach Frutigen.
Olympia 2026
Im Zuge der im Juni 2018 zurĂŒckgezogenencite-ref-12[12] Schweizer Bewerbung um die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2026 war beabsichtigt, in Kandersteg das Skispringen von der Normalschanze und die Nordische Kombination auszurichten. Hierzu hatte die Gemeindeversammlung am 8. Juni 2018 mehrheitlich einen Kredit von 1,2 Millionen Franken fĂŒr den Ausbau der Zufahrtsstrasse zur Sprungschanze bewilligt.cite-ref-13[13]
Geschichte
Der Ortsname geht auf einen alten Ăbergang ĂŒber die Kander zurĂŒck, der zum Gemmi- und Lötschenpass fĂŒhrte.cite-ref-bnb-5-1[5] Diese PĂ€sse ermöglichten bereits den Römern die AlpenĂŒberquerung vom Wallis ins Berner Oberland. Die frĂŒheste erhaltene ErwĂ€hnung findet Kandersteg 1336,cite-ref-bnb-5-2[5] dann 1374 als Ăbernachtungsgelegenheit an der von Italien ĂŒber den Lötschenpass kommenden GewĂŒrzhandelsroute. Vom Handelsverkehr ĂŒber die Gemmi zeugt auch das Zollhaus im Schwarenbach.
Der Bau der ersten Dorfkirche wurde 1511 begonnen. Das berĂŒhmteste Haus im Kandertal ist das reichverzierte Ruedi-Haus, erbaut 1753 fĂŒr den Landsvenner Peter Germann.
Kandersteg gehörte bis 1850 zur Gemeinde Frutigen und bildete danach mit Kandergrund die Gemeinde Kandergrund. 1908 wurde Kandersteg eine eigenstĂ€ndige Gemeinde, das ursprĂŒngliche Gemeindegebiet Kandergrund von total 16'665 ha wurde aufgeteilt: 3'207 ha gingen an Kandergrund und 13'458 ha erhielt Kandersteg.
Der Bau des Lötschbergtunnels von 1906 bis 1913 schuf eine wichtige Nord-SĂŒd-Verbindung und bildete die Grundlage fĂŒr den noch heute viel genutzten Autoverlad der Lötschbergbahn. Der Anschluss an das Bahnnetz förderte den Tourismus; viele der heutigen Hotels und Pensionen wurden in dieser Zeit gebaut. Vor dem Ersten Weltkrieg verfĂŒgte Kandersteg bereits ĂŒber 30 Hotels und Pensionen mit insgesamt mehr als 1'300 Betten.
1923 grĂŒndete der Pfadfinderweltverband WOSM mit dem Pfadfinderzentrum Kandersteg eine der ersten dauerhaften internationalen BegegnungsstĂ€tten fĂŒr Pfadfinder. Auf dem GelĂ€nde des Zentrums treffen heutzutage jedes Jahr rund 10'000 Pfadfinder zusammen.
Die katholische Marienkirche wurde 1927 geweiht.
In den 1980er-Jahren wurde der Schweizer Regierungsbunker, genannt FĂŒhrungsanlage K20 (Kaverne 20), auf dem Gebiet der Gemeinde Kandersteg errichtet.cite-ref-14[14]
SehenswĂŒrdigkeiten
âą Der Spycher im Eggenschwand neben der Talstation der SunnbĂŒel-Bahn ist das Ă€lteste landwirtschaftliche GebĂ€ude Kanderstegs. Eine dendrochronologische Untersuchung der Balken ergab, dass die Balken des Spychers in den Jahren 1510 bis 1512 geschlagen wurden. Eine SchĂ€tzung im Bauinventar des Kantons Bern datiert den Spycher ins 18. Jahrhundert. Der Speicher diente zur Lagerung von Getreide und anderem SĂ€umergut, spĂ€ter wurde er als Stall genutzt, heute ist er Teil des Heimatmuseums Kandersteg. 1967 wurde der Spycher durch den Regierungsrat des Kantons Bern ins Inventar der geschĂŒtzten KunstaltertĂŒmer aufgenommen. 2011 wurde das GebĂ€ude restauriert.cite-ref-15[15]
Siehe auch
:
Liste der KulturgĂŒter in Kandersteg
Impressionen aus Kandersteg
Persönlichkeiten
âą Adolf Ogi (* 1942), Bundesrat von 1987 bis 2000 (SVP)
⹠Albert Rösti (* 1967), Bundesrat (SVP), wuchs in Kandersteg auf
Literatur
âą Anne-Marie Dubler: Kandersteg. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
âą AG Heimatbuch: Kandersteg Natur â Geschichte â Menschen. Altels Verlag, 2001.
Weblinks
Commons
: Kandersteg
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
âą Website der Gemeinde
Einzelnachweise
cite-note-11. Geographische Kennzahlen â Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt fĂŒr Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen wurden die FlĂ€chen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
cite-note-22. Geographische Kennzahlen â Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt fĂŒr Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen wurden die FlĂ€chen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
cite-note-33. Bilanz der stĂ€ndigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991â2024. In: bfs.admin.ch. Bundesamt fĂŒr Statistik, abgerufen am 28. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst).
cite-note-44. StÀndige und nichtstÀndige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit (Kategorie), Geschlecht und Alter, 2010-2024. Bei spÀteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst. Abruf am 28. August 2025
cite-note-bnb-55. â Ortsnamenbuch des Kantons Bern. Band I/2: G â K/CH. Francke, Bern 1987, S. 412.
cite-note-66. â «Wenn es nur bald vorbei wĂ€re». SRF, 26. September 2024.
cite-note-77. â Gemeinde Kandersteg | AktualitĂ€ten und Informationen fĂŒr BĂŒrgerinnen und BĂŒrger. Abgerufen am 5. Februar 2025.
cite-note-88. â Eidgenössische Wahlen 2023, NR â Ergebnisse Parteien (csv). In: opendata.swiss. Bundesamt fĂŒr Statistik, abgerufen am 17. Februar 2024.
cite-note-99. â RegionalportrĂ€ts 2015 Gemeinden (Memento vom 30. Juli 2012 im Internet Archive). Bundesamt fĂŒr Statistik, abgerufen am 29. MĂ€rz 2016.
cite-note-1010. â Website des Hotels «Victoria»
cite-note-1111. â Yann Cherix: Kleider, Frisuren und Sitten: Ein Bergdorf dreht die Zeit zurĂŒck. In: BZ (bernerzeitung.ch), 27. Januar 2024, abgerufen am 30. Mai 2024.
cite-note-1212. â Das Wallis sagt Nein zu «Sion 2026»: Olympia-Kandidatur 2026 gescheitert. In: Aargauer Zeitung. 10. Juni 2018.
cite-note-1313. â Kandersteg sagt Ja zu Olympia-Skispringen. In: 20 Minuten. 8. Juni 2018, abgerufen am 9. Juni 2018.
cite-note-1414. â Michael Soukop: Schutz vor Atomkrieg: Tief im Schweizer Bunkerberg. In: Spiegel Online. 26. August 2008.
cite-note-1515. â Das «andere» Kantonsmuseum Bern